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Staatsfonds Zweeds model

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sjos
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Staatsfonds Zweeds model

Bericht door sjos »

Vorbild für Deutschland? Wie Schweden seine Bürger zwingt, für die Rente in Aktien zu investieren 12.06.2020 06:03 h

Beim Thema Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sind die Konzepte der skandinavischen Wohlfahrtsstaaten häufig ein Vorbild für die deutsche Politik. Möglicherweise ist dies auch beim schwedischen Altersvorsorge-Modell der Fall.
In Deutschland sind sich mittlerweile die meisten Experten einig, dass das Thema privater Altersvorsorge, gerade für normale Arbeitnehmer, kaum mehr wirklich zu durchschauen ist. Die unzähligen unterschiedlichen Durchführungswege bei der betrieblichen Altersvorsorge, sowie den steuerlich begünstigten Formen der privaten Vorsorge wie der Rürup- und der Riester-Rente, stellen einen Großteil der Beschäftigten vor ein Rätsel. Dementsprechend verzichten viel zu viele Erwerbstätige auf eine vernünftige private Absicherung und legen ihr Schicksal vollständig in staatliche Hand.

Schweden zwingt Bürger zu privater Altersvorsorge
Abhilfe für dieses Dilemma könnte möglicherweise das schwedische Vorsorgemodell schaffen. Grundsätzlich basiert das schwedische Altersvorsorgesystem - ebenso wie das deutsche Modell - auf der Betriebsrente, der staatlichen Rente und der privaten Vorsorge. Dabei müssen die schwedischen Erwerbsbürger, ähnlich wie in Deutschland, 16 Prozent ihres Bruttolohns in das umlagenfinanzierte Rentensystem einzahlen. Und während in Deutschland, neben der staatlichen Rente, idealerweise noch weitere vier Prozent des Bruttoeinkommens in die Riester-Rente fließen, sind es in Schweden exakt 2,5 Prozent, die verpflichtend für die private Altersvorsorge aufgewendet werden müssen.
2,5 Prozent des Bruttolohns fließen in Aktien
Für was die 2,5 Prozent des Bruttolohns der Schweden dann genau verwendet werden, kann dabei jeder Bürger selbst entscheiden. Neben endlosen Vorschlägen von privaten Anbietern, wofür das Kapital verwendet werden kann, gibt es dabei auch eine staatliche Alternative. Die sogenannte staatliche Jahrgangsverwaltungsalternative, kurz Såfa, baut dabei für jeden Schweden einen eignen Kapitalstock auf, welcher bei einem gewissen Umfang einen Teil der monatlichen Rentenbeträge über die regelmäßigen Kapitalerträge finanziert. Dieser staatlich verwaltete Altersvorsorgefonds investiert dabei vornehmlich in Aktien und Fonds aber auch in Staats- und Unternehmensanleihen.

Konkurrenzlos günstiger Staatsfonds
Dabei überzeugt das als AP7-Fonds bekannte Investmentvehikel vor allem mit seinen niedrigen Verwaltungskosten. Mit einer Gesamtkostenquote in Höhe von 0,13 Prozent und keinerlei Ausgabeaufschlag stellt der Fonds dabei sogar die meisten Indexfonds in den Schatten und mit einem Anlagevolumen von umgerechnet über 51 Milliarden Euro liegt der theoretische Anteil jedes schwedischen Bürgers an diesem AP7-Fonds bei ca. 5.000 Euro.
Hessischer Finanzminister mit Vorstoß im Bundesrat
Vorschläge, ein solches staatliches Fondsmodell auch in Deutschland zu etablieren, gibt es schon seit längerem. So hat der hessische Finanzminister, Thomas Schäfer, schon im vergangenen Jahr eine entsprechende Empfehlung in den deutschen Bundesrat eingebracht. Laut dem Vorschlag würde dann jeder Arbeitnehmer, der sich nicht ausdrücklich gegen dieses Modell ausspricht, einen Teil seines Bruttoeinkommens in einen solchen Staatsfonds einzahlen und die Verwaltung des Investitionskapitals läge dabei in der Hand der Deutschen Rentenversicherung.
Aktien-Freund Merz vs. Aktionärs-Schreck Scholz
Neben dem hessischen Finanzminister und weiteren Experten spricht sich auch der Vize-Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding, für ein derartiges Modell nach schwedischem Vorbild aus. Auch der CDU-Politiker, Rechtsanwalt und mögliche Lieblings-Kanzlerkandidat der Deutschen, Friedrich Merz, unterstützt eine solche Option.
"Ich bin, anders als früher, heute auch der Auffassung, dass der Gesetzgeber eine Verpflichtung zur privaten, kapitalmarktorientieren Vorsorge für das Alter ernsthaft prüfen sollte, in welcher Form auch immer", so der CDU-Politiker und Aussichtsratsvorsitzendende des Vermögensverwalters BlackRock in einem im Juni veröffentlichten Beitrag in der Wochenzeitung "Die Zeit". "Die Deutschen müssen wieder neu lernen, diesen Teil der Marktwirtschaft zu verstehen, damit sie gerettet werden kann, und retten müssen wir sie", so Merz weiter.
Dass die aktuellen finanzpolitischen Vorschläge des Bundesfinanzministers Olaf Scholz, wie zum Beispiel die Finanztransaktionssteuer, die Einschränkung der Verlustanrechnung oder die beschränkte Abschaffung des Solidaritätszuschlags, diesem Bestreben massiv entgegenwirken, steht dabei auf einem anderen Blatt.
Massive Vorbehalte gegen ein "schwedisches Modell"
Trotz vieler Vorteile gibt es für das sogenannte "schwedische Modell" auch diverse Vorbehalte. Der Hauptkritikpunkt geht dabei auf die hohe Risikoscheu der deutschen Sparer zurück, welche bei einer Investition in Aktien natürlich auch mit den gegebenen Wertschwankungen leben müssten. So verlor beispielsweise der schwedische AP-7 Fonds in den Jahren 2000, 2001 und 2002 jeweils sieben, elf und 27 Prozent. Für viele sicherheitsorientierte Kleinanleger in Deutschland wären derartige Kursverluste eine echte Zumutung. Auch wenn die Buchverluste alle wieder eingeholt werden, steigt in solchen Phasen die Angst um die persönliche Altersvorsorge. Dementsprechend sollte die Politik nicht nur die finanzielle Besserstellung der Rentner fokussieren, sondern auch die finanzielle Bildung der Heranwachsenden.
Die Schweden investieren vermehrt in Tech-Werte aus den USA und China
Wirft man einen Blick auf das Portfolio des schwedischen AP-7 Fonds, wird jedoch auch schnell klar, wieso das staatliche Investmentvehikel mit einer derart hohen Volatilität einhergeht. Denn allein die US-amerikanischen und chinesischen Technologiewerte wie Microsoft, Apple, Amazon, Facebook,Tencent, Alibaba und Alphabet stemmen schon einen Anteil von knapp zehn Prozent im schwedischen Staatsfonds. Diese Allokation sorgte in den vergangenen Jahren zwar für einen enormen Kursgewinn, führt gleichzeitig aber auch zu einem nicht zu unterschätzenden Risiko.
BVI-Geschäftsführer spricht sich gegen einen "Deutschland-Fonds" aus
Neben der hohen Volatilität, welche mit der Risikobereitschaft vieler Arbeitnehmer nur schwer vereinbar wäre, gibt es auch Widerstand aus der Finanzbranche gegen eine derartiges Staatsfondsmodell. "Ein solcher Fonds würde den Markt massiv verzerren. […] Wenn ein solcher Fonds vom Staat angeboten würde, hätten wir dagegen keine Chance mehr", so Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des Fondsverbands BVI. "Wer in den Fonds investiert, legt bis zum 55. Lebensjahr zu 100 Prozent in Aktien an", so Richter weiter.
Eigenverantwortung ist der Schlüssel zum Erfolg
Je nach persönlicher Überzeugung können zahlreiche Vor- aber auch Nachteile für einen deutschen Staatsfonds in die aktuelle Diskussion eingebracht werden. Unabhängig davon sollte sich in erster Linie jedoch jeder Bürger selbst um seine private Altersvorsorge kümmern und dieses essentielle Thema nicht vom Interessenpoker diverser Politiker und Parteien abhängig machen. Denn Erwerbstätige, die schon jetzt einen Teil ihres verfügbaren Einkommens in einen Fonds- oder ETF-Sparplan investieren, profitieren auch ohne staatliche Zwangsmaßnahmen von den umfassenden Chancen am Kapitalmarkt.

Pierre Bonnet / finanzen.net

bron: https://www.finanzen.net/nachricht/akti ... en-7975670

Of misschien ook een manier om een percentje op de spaarboekjes in een aandelenfonds om te zetten
Buy and Hold blijft mijn strategie, tenzij een aandeel 20 percent gestegen is in een periode van enkele weken/maanden na aankoop.





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